Veranstaltung

Parlamentarischer Abend Energie

Norddeutscher Windstrom könnte Versorgungssicherheit in Bayern stärken
Norddeutsche und bayerische IHKs setzen sich gemeinsam für einen schnellen Netzausbau ein
Die IHK Nord, der Zusammenschluss von 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern, und der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK), die Dachorganisation der neun bayerischen IHKs, plädieren bei einem Parlamentarischen Abend in Berlin für den raschen Ausbau der Stromnetze. „Der Netzausbau entwickelt sich zunehmend zum Flaschenhals der Energiewende, da er mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht Schritt halten kann“, sagte Fritz Horst Melsheimer, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Hamburg. Sowohl für Nord- als auch für Süddeutschland habe dies gravierende Folgen. Melsheimer wies darauf hin, dass im Norden heute bereits zeitweise mehr Strom aus Windkraft produziert als vor Ort benötigt werde. Der IHK-Vorsitzende wörtlich: „Da die Stromnetze auf einen vermehrten Abtransport bisher nicht ausgelegt sind, müssen die Netzbetreiber immer öfter Windenergieanlagen abregeln, um Überlastungen zu vermeiden.“ Dabei könnte dieser Strom einen wichtigen Beitrag zur Versorgung in Süddeutschland leisten, so Melsheimer weiter.
Dafür zahlen die Verbraucher einen immer höheren Preis: 2014 kosteten diese Notmaßnahmen bereits über 300 Mio. Euro, mehr als 90 Mio. Euro davon für die Abregelung von Windkraftanlagen. Beim Stromnetzausbau geht es für die bayerische Wirtschaft längst nicht mehr nur darum, mehr Windstrom aus dem Norden ?nutzen zu können, sondern auch darum, die Debatte um eine Preiszonenaufspaltung abzuwehren. Denn weitere Netzengpässe in Deutschland erregten zu Recht den Unmut der EU- Nachbarstaaten, die mit kostspieligen Netzstabilisierungen gegensteuern müssen. „Die jüngste Empfehlung der EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER), die einheitliche deutsch-österreichische Strompreiszone zu trennen, wäre ein Rückschritt für den europäischen Strombinnenmarkt. Um sicheren, bezahlbaren und umweltverträglichen Strom zu gewährleisten, muss die einheitliche Preiszone Deutschland-Österreich erhalten bleiben. Schon heute hat Deutschland die vierthöchsten Industriestrompreise in der EU. Die Industrie kann die Energiewende nicht weiter zu Lasten ihrer Wettbewerbsfähigkeit schultern“, kritisiert Dr. Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages. Das aktuelle IHK-Energiewende Barometer bestätigt: für die deutsche Wirtschaft sei der Netzausbau die wichtigste politische Maßnahme, um eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung zu gewährleisten. Während in Deutschland jedes fünfte Unternehmen von Stromausfällen berichtet, ist es in Bayern jedes vierte.
In der Broschüre „Netzausbau für die Energiewende“ informieren IHK Nord und BIHK über die Notwendigkeit des Stromnetzausbaus und fordern dessen rasche Fortführung. Die Broschüre steht unter www.ihk-nord.de zum Download bereit.